Fotos aus dem Mondseeland

Das Mondseeland im oberösterreichischen Salzkammergut

Um die Herkunft des Namens Mondsee ranken sich viele Geschichten. Bereits die Römer sollen ihn „Lunae Lacus“ genannt und sich dabei auf seine dem Mond ähnliche Sichelform bezogen haben. Eine andere Version hat den bayerischen Herzog Uthilo (auch Odilo) zur Hauptfigur: Er jagte einst in den Wäldern bei Mondsee, verirrte sich jedoch im felsigen Gebiet über dem See und wurde von der Dunkelheit überrascht. Nur der aufgehende Mond, der sich im Wasser des Sees spiegelte, bewahrte den Herzog vor einem tödlichen Absturz. Aus Dank für seine Errettung nannte Uthilo den See Mondsee und ließ an seinen Ufern das gleichnamige Kloster errichten.
Mit der Sommerfrische hat es am Mondsee erst langsam begonnen, standen doch das Mondseeland, genauso wie die Gegend um den Attersee und den Wolfgangsee, mit dem Salzkammergut vorerst vor allem als Holzlieferanten in Verbindung. Der Bau der Salzkammergut-Lokalbahn, die von 1893 bis 1957 zwischen Salzburg und Bad Ischl verkehrte, brachte jedoch die große Veränderung: Nun waren neue Gebiete zugänglich; die Bezeichnung „Salzkammergut“ war endgültig von einem Wirtschafts- zu einem Landschaftsbegriff geworden.
Zum Mondseeland gehört noch der weiter nördlich gelegene Irrsee, der mit seiner Moorlandschaft einen wichtigen, unter Naturschutz stehenden Lebensraum für Vögel bildet, während der Mondsee bekannt ist für seinen Fischreichtum.
Das heutige Schloss Mondsee befindet sich in den Gebäuden des einst ältesten Klosters Österreichs. Es wurde 748 vom bayerischen Herzog Uthilo gestiftet. Zu jener Zeit war das Mondseeland kaum besiedelt und überwiegend von Wald bedeckt, nach der römischen Zeit kann keine weitere Besiedelung nachgewiesen werden. Die Region hat daher erst mit dem Bau des Klosters wieder wirtschaftliche und religiöse Bedeutung erhalten. Gemeinsam mit der Gegend um das heutige St. Wolfgang gehörte Mondsee damals übrigens noch zu Bayern und kam erst 1506 zu Österreich.Seine Blütezeit erlebte das Kloster zu Mondsee im 15. Jahrhundert. Abt Simon Reuchlin übernahm die von Melk ausgehende Reform. Fast alle Kirchen der Region sowie das Klostergebäude wurden erneuert und 1514 das Stiftsgymnasium gegründet, das bis zur Auflösung des Klosters bestehen sollte.
Nach der Krise des Klosters während der Reformation gelang es, die Gegenreformation schneller als in anderen Regionen Österreichs abzuschließen. Im Barock wurde die Fassade der Mondseer Stiftskirche errichtet sowie die die Kirchen bis heute prägende Innengestaltung in Auftrag gegeben.
Im Anschluss an die Reformen Kaiser Josefs II. wurde das Kloster, das bereits 1774 bei einem Brand schwer beschädigt worden war, im Jahr 1791 durch Kaiser Leopold II. aufgelöst. Das Gebäude wird seither als Schloss bezeichnet. Bei den Friedensverhandlungen 1809 fielen die Gebäude an Napoleon, der sie dem bayerischen Feldmarschall Karl Philipp Fürst Wrede als Dank für dessen militärische Verdienste vermachte. Wrede hatte jedoch keine männlichen Nachkommen; so ging das Schloss an die aus Portugal stammende, später nach Brasilien ausgewanderte Familie Almeida, in die Wredes Tochter Helena eingeheiratet hatte.
Das Freilichtmuseum „Mondseer Rauchhaus“ ist das Bauerngehöft „Unterer Bischofer“, das aus dem 15. Jahrhundert stammt. Es wurde 1959 beim Autobahnbau abgetragen und am heutigen Standplatz, etwas über dem Ort Mondsee, wieder aufgebaut. Ein Besuch lohnt sich schon allein wegen des reizvollen Blicks auf den Ort, doch das Freilichtmuseum bietet vor allem einen Einblick in ursprüngliche Lebensformen im Mondseeland.
Die Geschichte der Kirche ist naturgemäß eng mit jener des Klosters in Mondsee verbunden. Bereits in vorromanischer und romanischer Zeit stand hier eine Kirche, der bis heute erhaltene gotische Bau wurde 1487 errichtet. Das dreischiffige spätgotische Netzrippengewölbe ist erhalten, ebenso das Sakristeiportal von 1488 sowie einige Tafelbilder des Flügelaltars von Michael Pacher.
Neben dem See springen den Besuchern des Mondseelandes auch zwei markante Berge ins Auge: Da ist einmal der Schafberg, der sich am südlichen Ende des Mondsees befindet, und dessen eigenartige Nase man von der Scharflinger Bucht besonders gut erkennen kann. Der zweite, nicht minder eindrucksvolle Berg ist die Drachenwand, die gemeinsam mit dem Schober und der Schatzwand einen Teil der Grenze zu Salzburg bildet. Viele Geschichten ranken sich um die steil abfallende Felswand, die als „Trackhenstain“ bereits 1435 schriftlich erwähnt wurde.
Knapp unterhalb des 1.114 Meter hohen Gipfels des Kolomanbergs liegt die Kolomanskirche. Diese Wallfahrtskirche ist seit über 500 Jahren Ziel von Pilgern und Prozessionen. Sie wurde dem Heiligen Koloman geweiht, der der Legende nach die unweit der Kirche gelegene Heilquelle erweckt haben soll. Belegt ist der Kolomansbrunnen seit 1462, wo er erstmals urkundlich erwähnt wird. An der Quelle befand sich zuerst nur eine Kreuzsäule, 1511 wird das erste Mal von einer Kapelle berichtet.
Textauszüge: Sandra Vlasta und Yvonne Oswald