Ausschnitte Alpiner Landschaften als Symbol der Beziehung Mensch - Natur

ALPENBLICK
Topographien der Vergänglichkeit

Topographies of Transience aus meiner langjährigen Serie Alpine View untersucht Ausschnitte alpiner Landschaften als Symbol für die Beziehung zwischen Mensch und Natur und weist durch die erzwungene Entkopplung der einst innigen Beziehung auf die drohende Zerstörung beider hin.

Schnell wechselnde Details einer Berglandschaft, eigenartige Skulpturen aus schmelzendem Schnee, lange blaue Schatten am späten Nachmittag auf Bergkämmen, Wolken, die an einer Felswand zu kleben scheinen, hartes grünes Gras auf nassen blauen Felsen, Nebel, der einen Hang aufweicht, oder früher Schnee, der die Struktur eines Bergwaldes hervorhebt. Bizarre weiße Schneeflecken, stille rote, verflüssigte Strukturen als Synonym für Leere, als Frage nach dem, was sich darunter verbirgt, was sich verändern wird und vor allem als unbemerktes Symbol der Stille.


Ausschnitte aus Landschaften verwandelt in neue geschlossene Bilder


All diese Motive werden in neue geschlossene Bilder verwandelt, die gerade durch ihre Isolation und den Beziehungsverlust zu ihrer Umgebung auf ihre detailreiche Schönheit und gleichzeitig auf ihre Zerbrechlichkeit und damit in Bezug auf den Menschen auf die doppelte Bindung, die untrennbare Gemeinschaft von Natur und Mensch und deren fortschreitende Entkopplung hinweisen.

Der Verlust der Stille, die Arroganz baulicher Eingriffe zugunsten des Massentourismus, das Verschwinden von Kulturkreisen, geisterhafte Dörfer außerhalb der touristischen Saison, der Rückzug der Gletscher und die Nutzung der Natur als Kulisse für die Selbstdarstellung. Kontinuierliche Eingriffe in empfindliche, über Jahrtausende gewachsene Kultur- und Gebirgslandschaften werden nun als "New Green Deal" bezeichnet und sollen laut Robert Habeck (Die Grünen, Deutschland) den "Krieg der Wirtschaft gegen die Natur" beenden.


Krieg der Wirtschaft gegen die Natur


Aber ist dieser zitierte 'Krieg der Wirtschaft gegen die Natur' nicht auch ein Krieg gegen die Menschen? Und wird seine beabsichtigte Beendigung durch die Ökonomie den immer lauter angestrebten Transhumanismus, und damit die nun so offensichtlich angestrebte absolute Kontrolle der Menschheit, noch viel schneller vorantreiben? Und würde dieser New Green Deal damit nicht die Ausbeutung des Menschen, gleich der Ausbeutung der Natur, immer weiter vorantreiben?

Veränderungen der Natur durch menschliche Eingriffe hat es immer gegeben; die Vorstellung einer "intakten" Natur, einer unberührten Landschaft, ist irreal. Dass aber der Hyperkapitalismus der letzten Jahre eine extreme Entwicklung der (alpinen) Landschaften weiter beschleunigt hat und die Jahre 2020/22 viele dieser Eingriffe als sinnlos und nutzlos entlarvt haben, ist heute im Rückblick offensichtlicher denn je.

Die Frage, die wir uns alle stellen müssen, lautet: Wollen wir eigentlich Natur? Oder nur eine hübsch hergerichtete Bühne für unsere Selbstdarstellung?


Harmonische Beziehung zwischen Natur und Mensch


Sollten wir uns in der heutigen Situation nicht dringend Alberto Acostas Ansicht anschließen, dass: Wenn die Ausbeutung der Natur zum Zwecke der Kapitalakkumulation überwunden werden soll, dann muss die Natur in den Mittelpunkt gestellt werden.